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GoPro Helmet HERO Wide Testbericht

GoPro Helmet HERO Wide mit Gehäuse

GoPro Helmet HERO Wide mit Gehäuse

Die GoPro Helmet Hero Wide ist ein All-In-One Helmkamera-System, das ohne externe Aufnahmegeräte oder Akkus auskommt.

Als besondere Features bietet die GoPro HERO Wide ein 170° Weitwinkelobjektiv und ein bis 30m wasserdichtes Gehäuse. Damit eignet sie sich für besondere Einsatzzwecke.

Die GoPro HERO Wide ist das Vorgängermodell der GoPro HD HERO, die ab Herbst 2009 verfügbar sein wird.

Lieferumfang und Kosten

Die GoPro Helmkamera ist in einem stoßfesten und staub- und wasserdichten Gehäuse untergebracht, aus dem sie herausgenommen werden kann. Falls das Gehäuse bei einem gröberen Sturz brechen sollt, kann es einzeln getauscht werden.

Lieferumfang der GoPro Helmet HERO Wide

Lieferumfang der GoPro Helmet HERO Wide

Im Lieferumfang der GoPro sind außerdem einige Halterungen inkludiert:

  • Drei selbstklebende Halterungen mit einem Ersatzklebepad.
  • Eine Halterung für Helme mit Lüftungslöcher
  • Eine Kopf-Halterung (ähnlich wie Stirnlampen)
  • Ein Winkelzwischenstück mit dem die Kamera in zwei Raumachsen ausgerichtet werden kann.

Weiters enthalten ist die Bedienungsanleitung und ein Kabel mit dem die Kamera per USB an einen Computer oder per Chinch Stecker (Audio und Video) zur direkten Wiedergabe an ein Wiedergabegerät (z.B. Fernseher) angesteckt werden kann.

In der Standardausstattung sind keine Speicherkarte und auch keine Akkus oder Batterien enthalten. Viele Shops bieten sie allerdings mit einer 2 GB Speicherkarte und teilweise auch mit Akkus an. Ursprünglich lag der Preis bei 240 Euro. Mittlerweilen bekommt man sie aber häufig schon um 200 Euro.

Technische Daten

  • 512 x 384 Pixel, 30 Bilder pro Sekunde
  • 170° Weitwinkelobjektiv
  • 5 Megapixel Fotoauflösung
  • Eingebautes Mikrofon
  • Bis zu 2 GB SD und 4 GB SDHC Speicherkarten
  • Wasserdicht bis 30 Meter
  • Gewicht: 139 g (Herstellerangabe); 155 g inkl. Akkus und Speicherkarte; 167 g mit der einfachsten selbstklebenden Halterung.
  • Abmessungen: 44,5 x 58,4 x 31,8 mm (Herstellerangabe); 67 x 77 x 47 mm Gehäuse über alles.
  • Video-Compression: MJPEG

Erster Eindruck

Bevor ich meine eigene GoPro Helmet HERO Wide bekommen habe, habe ich sie schon öfters auf diversen Helmen in den Bikeparks gesehen. Außerdem natürlich die Videos auf YouTube & Co.

GoPro Helmet HERO Wide in diversen Ansichten

GoPro Helmet HERO Wide in diversen Ansichten

In Natura wirkt die GoPro sehr klein – vor allem ohne Gehäuse. Trotzdem ist sie als klassische Helmkamera im Vergleich zu den “Lipstick”-Kameras etwas unförmig. Die Stärken der GoPro liegen dank des großen Weitwinkels aber nicht unbedingt im Einsatz als normale Helmkamera. Die wahren Qualitäten offenbaren sich erst bei besonderen Blickwinkeln.

Der große Vorteil der GoPro ist, dass sie ohne weitere Kabel und externen Geräten auskommt. Allerdings ist die Auflösung und Qualität nicht mehr zeitgemäß. Mit 512×384 Pixel genügt sie zwar gerade noch so für die Standardauflösungen der Videoplattformen, aber die meisten bieten schon deutlich bessere Qualität. Auch die Farben wirken im Vergleich zu anderen Kameras etwas künstlich.

Befestigungsmöglichkeiten

Die Standardbefestigungsmöglichkeit der GoPro ist die Halterung mit dem Klebepad. Viele andere Helmkameras werden standardmäßig mit der Brillenhalterung (Goggle-Mount) befestigt. Allerdings sind diese meist ohne zusätzlichem Tape nicht wackelfrei, falls man bei der Action Stößen ausgesetzt ist, wie das z.B. beim Mountainbiken der Fall ist.

Mit den drei mitgelieferten Halterungen und dem Ersatzklebepad hat man einige Variationsmöglichkeiten. Die Klebepads halten gut. Allerdings gibt es ein leichtes Wackeln zwischen der Klebepad-Halterung und dem Teil an der Kamera, der in die Halterung geklipst wird. Das Wackeln ist hörbar und wenn man aufpasst auch am Video sichtbar. Um es zu beseitigen habe ich ein zusätzliches Kleband auf die Halterung geklebt, sodass sich der zweite Teil der Halterung besser verspreizt und die Kamera so nicht mehr wackelt.

GoPro Helmbefestigung mit Klebepad auf Troy Lee Designs D2

GoPro Helmbefestigung mit Klebepad auf Troy Lee Designs D2

Problematisch ist auch, dass es bei manchen Helmen gar nicht so einfach ist eine halbwegs ebene Fläche zu finden. Beim Troy Lee D2 ist beispielsweise oben mittig eine kleine Finne, die das Aufkleben erschwert. Das Pad liegt nicht komplett auf. Einen Langzeittest habe ich zwar noch nicht gemacht, aber es schaut trotzdem so aus, als würden die Pads gut halten.

Wie bereits erwähnt, liegen die wahren Stärken der GoPro bei Aufnahmen aus besonderen Blinkwinkeln. Z.B. auf der Nose eines Snowboards. Fürs Surfen gibt es die GoPro Surf HERO, die sich durch spezielle Befestigungen für’s Surfbrett von der Helmet HERO unterscheidet. Beim Mountainbiken ist die bevorzugte Kameraposition die als Zubehör erhältliche Brusthalterung. Außerdem bieten sich diverse Befestigungen am Bike an. Besonders interessant ist auch die Position vor dem Helm mit Blick auf den Fahrer und das Bike. Ein paar Möglichkeiten sieht man in einem Video von DirtTV.

Für diese Befestigungsoptionen sind oft zusätzliche Bastelarbeiten notwendig. Gute Dienste bieten Tapes zur schnellen Befestigung an allen möglichen Teilen und ohne die Standard-Befestigungs-Clips und Klebepads zu verbrauchen.

Ich selbst habe mir eine eigene Brusthalterung für den Leatt Brace Nackenschutz gebastelt (Beispielvideo Bikepark Wagrain Closing).

Bedienung und Handhabung

Die Kamera hat zwei Druckknöpfe. Der Knopf auf der Vorderseite dient zum Aus- und Einschalten und zum Wechseln der Modi (Video, Foto, Serienbild, etc.). Mit dem oberen Knopf wird die Aufnahme gestartet und gestoppt.

Die Kamera hat ein LCD-Display, das den Modus und die Nummer des aktuellen Videos anzeigt. Außerdem eine rote LED an der Front, die mit einem Milchglas-ähnlichem Kunststoff abgedeckt ist. Im Aufnahmemodus blinkt diese Anzeige rot.

Bevor man das erste Mal filmt, sollte man sich definitiv mit der Kamera vertraut machen. Die blinkende LED ist z.B. im prallen Sonnenlicht kaum zu sehen. Auch auf dem LCD-Display ist nur von vorne etwas zu erkennen. Wenn man sie z.B. auf der Brust montiert hat und von oben auf das Display sieht, kann man am Display nichts erkennen. Wenn die Akkus leer werden, lässt sich die Kamera zwar noch einschalten aber schaltet sich nach einigen Sekunden Aufnahme wieder aus. Gerade im Eifer des Gefechts sollte man daher wissen, wie die GoPro funktioniert und reagiert.

Noch ein Tipp: Falls sich die Kamera zwar einschalten lässt, aber die Aufnahme nach Drücken des Aufnahmeknopfs nicht startet: Prüft mal, ob bei der Speicherkarte nicht irrtümlich der Schreibschutz (Lock) aktiviert ist.

Auch sollte man regelämßig kontrollieren, ob die Kamera noch läuft. Nicht dass man sie irrtümlich ausgeschaltet hat, was durchaus vorkommen kann, wenn man z.B. mit Handschuhe auf die Schnelle die Linse reinigt, etc.

Die GoPro hat außerdem einen Sucher, der aber kaum von Nutzen ist. Wenn die Kamera mal montiert ist, hat man kaum die Möglichkeit durch den Sucher zu sehen. Allerdings ist es Dank des großen Weitwinkels meist kein Problem die richtige Ausrichtung zu finden.

Mikrofon und Ton

Die Kamera hat ein eingebautes Mikrofon. Allerdings wird das durch das wasserdichte Gehäuse gut abgeschirmt, sodass wenig bis gar nichts zu hören ist. Einzig ein paar dumpfe Laute sind zu hören, wenn man mit der Kamera irgendwo dagegen stößt.

Bei vielen Helmkameras hört man zwar nicht viel, da die Windgeräusche überwiegen. Außerdem werden Helmkamera-Videos häufig mit Musik hinterlegt. Hin und wieder wär’s aber schon vorteilhaft, wenn man den Original-Ton dazumischen könnte.

Aufnahmedauer

Bei meinen Tests mit neuen, aber günstigen 1800 mAh Akkus, konnte ich 75 Minuten filmen. Das Datenvolumen der Videos war zusammen 2,53 GB. Für eine Stunde Aufnahmen benötigt man daher ca. 2 GB Speicher. Für das Filmen beim Mountainbiken (Downhill, Freeride) reicht das meist aus, da ein Run inkl. Pausen häufig nur 5 bis 10 Minuten dauert. Mit einem zweiten Akkusatz und einer 4 GB Karte kommt man so locker über den Tag.

Von Bekannten habe ich gehört, dass deren Akkus deutlich schneller leer geworden sind. Auch selbst hatte ich bei einem weiteren Test das Problem, dass die Akkus sehr schnell leer waren. Ich kann es mir nur so erklären, dass ich übersehen hatte, die Kamera auszuschalten. Man sollte daher immer Ersatzakkus oder Batterien dabei haben.

Bildqualität

Mit 512 x 384 Pixel ist die Auflösung nicht mehr zeitgemäß. Sowohl von Youtube und Vimeo ist die Standard-Auflösung bereits höher.

GoPro Testbilder aus den Videos von Portes Du Soleil

GoPro Testbilder aus den Videos von Portes Du Soleil

Ich konnte die Kamera bis jetzt nur beim Mountainbiken (Downhill) testen. Im Vergleich zu anderen Kameras (ContourHD, meine alte DogCam HQ1) wirken die Farben etwas unnatürlich.

Die Anpassung an die Helligkeit erfolgt etwas langsamer als bei der ContourHD oder der DogCam HQ1. Wie die meisten Helmkameras hat sie Schwierigkeiten beim Anpassen an sich schnell abwechselnden hellen und dunklen Stellen, wie es z.B. an einem sonnigen Tag im Wald vorkommt. Kurze sonnenbeschienen Abschnitte erscheinen nur weiß. Details verschwinden.

Solchen Aufnahmesituationen sollte man allerdings bei den meisten Helmkameras vermeiden. Dazu kommt, dass diese hohen Kontrastunterschiede vermutlich schwer zu komprimieren sind, da diese Videos auf den Videoplattformen nochmals deutlich an Qualität verlieren. Im Video vom Closing Weekend im Bikepark Wagrain erkennt man die meisten Details in den (wenigen) längeren rein schattigen Stellen. Zur Verteidigung der GoPro muss man aber sagen, dass die Lichtverhältnisse extrem unvorteilhaft für die Kamera waren. Auch die ContourHD hatte an diesem Tag große Probleme damit. Den Unterschied zwischen Aufnahmen an einem bewölkten Tag und bei Sonnenschein sieht man gut auf unserem GoPro-Testvideo vom Mountainbiken in Portes du Soleil.

GoPro Testbilder vom Wagrain Closing Video

GoPro Testbilder vom Wagrain Closing Video

Bei einem weiteren Test bei Bewölkung ist es leider zu schnell dunkel geworden. Anfangs konnte ich zwar noch genügend im Wald sehen, die GoPro Helmet HERO Wide allerdings nicht mehr. Das Bild war komplett schwarz. Die ContourHD hat noch ein bisschen länger durchgehalten aber dann war auch bei ihr alles schwarz. Im Gegensatz dazu kann man mit der DogCam HQ1 auch in der Nacht etwas erkennen.

Zeigt die Kamera direkt in die Sonne, was bei dem großen Weitwinkel durchaus häufiger vorkommt, so erscheint in der Mitte der Sonne ein kleiner schwarzer Punkt.

Weitwinkellinse

Das Besondere der GoPro Wide ist eindeutig die Weitwinkellinse mit einem 170° Blickfeld. Dadurch bekommen viele spezielle Aufnahmepositionen erst ihren Reiz. Etwa, wenn man die Kamera an einer Stange vor dem Helm montiert und trotz nicht allzu langer Stange den Fahrer samt Bike am Bild hat. Oder auf der Brust montiert, wo man Lenker und die gesamte Front des Bikes sieht. Genauso beim Surfen oder Boarden.

Wegen dem großen Weitwinkel wirken viele Aufnahmen sehr schnell. Normalerweise wirken Helmkamerafahrten von Durchschnittsportlern eher langsam. Bei der GoPro HERO Wide kann es aber durchaus vorkommen, dass Aufnahmen beschleunigt wirken. Zu sehen ist das ebenfalls gut an den Videos vom Closing Weekend im Wagrain. Der Singletrail ist technisch nicht besonders anspruchsvoll, weshalb durchaus höhere Geschwindigkeiten möglich sind. Das Mountainbike-Video mit der GoPro wirkt deutlich schneller, als das Video mit der ContourHD. Wobei die ContourHD mit 135° ebenfalls eine Weitwinkellinse besitzt. Ich habe bei den Videos die Zeiten im oberen Abschnitt verglichen – ich war hier bei beiden Videos quasi gleich schnell unterwegs.

Der große Weitwinkel hat aber natürlich auch Nachteile. Er führt zu deutlichen Verzerrungen, die zwar auch interessant sein können, aber auch nicht immer sind. Gut zu sehen sind der extreme Weitwinkel und die Verzerrungen bei Fallschirmspringer-Videos, wo einerseits die Erdkrümmung deutlich erkennbar ist und andererseits der Horizont deutlich verzerrt ist. Z.B. bei folgendem Video: My GoPro Going Solo. Eine GoPro hat dabei einen unabsichtlichen Sturz aus über 4000 m Höhe überstanden.

Der klassische Helmkamera-Einsatz ist die Montage am Helm um beispielsweise einen vorausfahrenden Kollegen von hinten zu filmen. Für diesen Einsatzzweck würde ich allerdings keine GoPro HERO Wide verwenden. Man kann kaum so knapp auffahren, dass man den Vorausfahrenden gut erkennen kann. Wegen der doch geringen Auflösung und dem Weitwinkel erscheint er schnell zu klein, wenn er ein paar Meter weg ist. Zu sehen ist das beispielsweise bei unserem GoPro-Testvideo vom Mountainbiken in Portes du Soleil.

Speicherkarten, Firmware-Update und Video-Files

Die GoPro Helmet HERO Wide unterstützt Speicherkarten bis 4GB. Zum Auslesen eignet sich am Besten natürlich ein Card-Reader. GoPro bietet die Möglichkeit für ein Firmware-Update. Das aktuelle soll das Verhalten bei extremen Lichtverhältnissen verbessern und Aufnahmen in einer Datei bis zu 4 GB ermöglichen.

Interessant ist, dass die Video-Dateien, die die GoPro auf die Speicherkarte schreibt, als Datum alle den 1.1.2098 haben. Wenn das Aufnahmedatum wichtig ist, sollte man sich eigene Notizen machen oder die Dateien möglichst bald überspielen.

Die Videos werden im Motion-JPEG Format gespeichert. Die einzelnen Frames (Einzelbilder) werden dabei jeweils als JPG-Bild abgelegt. Es erfolgt keine Komprimierung von Bild zu Bild, wie das bei fortschrittlicheren Video-Komprimierungsformaten üblich ist. Prinzipiell ist dadurch die Qualität höher und der Rechenaufwand zum Komprimieren und Dekomprimieren ist geringer. Andererseits sind dadurch die Original-Videodateien deutlich größer.

Ich schneide die Videos mit Adobe Premiere. Leider hat Adobe Premiere Probleme, die Video-Dateien direkt zu importieren. Auch von anderen Anwendern habe ich davon schon gelesen. Ich konvertiere daher die Video-Dateien vorher mit VirtualDub. Aber auch das nimmt wieder einige Zeit in Anspruch.

Fazit

Die Stärken der GoPro Helmet HERO Wide liegen bei Aufnahmen aus besonderen Blickwinkeln. Mit der extremen Weitwinkellinse, und da keine externen Komponenten notwendig sind, können schnell und einfach interessante Videos aufgenommen werden.

Die Auflösung ist allerdings nicht mehr zeitgemäß. Die neue GoPro HD Helmet HERO mit Full HD Auflösung (1920 x 1280 Pixel) steht aber bereits in den Startlöchern. Diese bietet je nach Auflösung unterschiedliche Winkel.

Vorteile

  • Weitwinkelobjektiv mit 170° für besondere Aufnahmen
  • Keine externen Komponenten notwendig
  • Viele Befestigungsmöglichkeiten
  • Wasser- und staubdichtes Gehäuse
  • Preis

Nachteile

  • Nicht mehr zeitgemäße Auflösung
  • Etwas unnatürliche Farben
  • Bildverzerrungen wegen extremen Weitwinkel
  • Kein Kontrollmonitor
  • Etwas unförmig
  • Probleme bei Hell-/Dunkelanpassung
  • Nur mittelmäßige Akkulaufzeit
  • Ton nicht verwendbar
  • Video-Dateien lassen sich nicht direkt in Adobe Premiere importieren
  • Unabsichtliches Ausschalten des Aufnahmemodus möglich.

Links

Videos mit der GoPro Helmet HERO Wide

Kameradetails GoPro Helmet HERO Wide

Produktbeschreibung GoPro Helmet Hero Wide auf xsportfilms.com

67 x 77 x 47 mm

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